Margarete Porete - Der Spiegel der einfachen Seelen
Spirituelle Theologie
Veranstaltungsnummer: S-10-110
"Das war ein Vorspiel nur, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."
Diese Worte aus Heinrich Heines Tragödie "Almansor" haben sich schon im 14. Jahrhundert in Paris grausam erfüllt. Dort starb 1310 eine Frau auf dem Scheiterhaufen, nachdem einige Jahre zuvor zunächst ihr Buch auf dem Marktplatz von Valenciennes öffentlich verbrannt worden war: die Begine Margareta Porete. Nichts hatten ihr die positiven Gutachten hochrangiger Theologen genutzt – einundzwanzig Andere sprachen das Urteil: Häresie!
Im „Spiegel der einfachen Seele“ – so der Titel ihres Werkes – weist Margarete Porete einen radikalen Weg zur Freiheit in Gott, der – ganz wie bei Meister Eckhart - durch „Lassen“, Sich-Gott-Überlassen bestimmt ist. Übereinstimmend mit dem Denken des großen Dominikanertheologen weist auch seine Zeitgenossin auf eine unmittelbare Einheit zwischen Gott und der Seele, die sich einstellt, wenn die Seele alle Bilder und Vorstellungen, alles Wollen und Begehren aufgegeben hat und sich leer und zunichtsgeworden für Gott öffnet.
Das Buch Margarete Poretes ist vergriffen, kann aber zu Beginn der Veranstaltung aus einem Restebestand der Übersetzerin (Dr. Louise Gnädinger) erworben werden.