
- Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und der Direktor des Geistlichen Zentrums, Dr. Arno Zahlauer
Mit einem feierlichen Pontifikalamt und einem Festakt wurde am Sonntag, den 19. November 2006, das Geistliche Zentrum der Erzdiözese Freiburg in St. Peter im Schwarzwald eröffnet. Nach von Worten von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch wird die Einrichtung in dem 1806 säkularisierten Benediktinerkloster die Arbeit des ehemaligen Geistlichen Zentrums in Sasbach fortführen und ein Haus der Stille und Besinnung für die pastoralen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, für Lehrkräfte und Sinnsuchende sein. An der Eröffnung nahmen rund 200 Gäste teil, darunter auch der Freiburger Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg und Bürgermeister Gottfried Rohrer von St. Peter.
In einer schnelllebigen Zeit des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts werde die Sehnsucht nach geistlichem Wachstum größer, sagte Erzbischof Zollitsch. Allzu oft bleibe dabei auf der Strecke, was für viele Menschen ganz entscheidend sei: „dass sie ihr Leben als erfüllt und sinnvoll erfahren können“. Wer als ganzheitlicher Mensch leben wolle, „wird auch danach fragen, wie er von innen her all das beseelen und erfüllen kann, womit er sich äußerlich beschäftigt“, so Zollitsch. Darin zeige sich eine Sehnsucht, die auf das Hören auf die Stimme des Herzens und damit auf die Stimme Gottes ausgerichtet sei. Das Hören auf die Stimme Gottes sei für die Kirche wesentlich und brauche eine eigene Verortung. Unter dem Leitwort „Sehnsucht gestalten“ wolle sich das Geistliche Zentrum in St. Peter dieser Aufgabe stellen und damit an die 700-jährige Tradition der ehemaligen Benediktinerabtei anknüpfen.
Die neue Einrichtung, zu der ein Konvent von vier Ordensschwestern gehört, entsteht sozusagen „im laufenden Betrieb“. Nach den Worten ihres Direktors Dr. Arno Zahlauer erwartet die Gäste kein fertiges „Haus“, vielmehr werde noch weiter an der konzeptionellen und programmatischen Detailarbeit gefeilt. Eine der grundlegenden Aufgaben wird die Exerzitienarbeit mit Tagen der Orientierung und Meditation sein. Zum einen sollen im Haus selbst klassisch-ignatianische als auch kontemplative Exerzitien angeboten werden. Zum anderen verantwortet das Geistliche Zentrum, dem das Exerzitienwerk der Erzdiözese zugeordnet ist, den Exerzitienkalender und strukturiert auf diese Weise die Exerzitienarbeit auf Diözesanebene.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Geistliche Begleitung, die in St. Peter selbst angeboten, aber auch in die Erzdiözese hinein vermittelt werden soll. Spätestens ab dem Frühjahr 2008 wird im Geistlichen Zentrum die Ausbildung Geistlicher Begleiterinnen und Begleiter beginnen. Einen dritten Schwerpunkt stellt die spirituell-theologische Kursarbeit dar, die die großen Zeugnisse christlicher Glaubenserfahrung sowohl theologisch als auch lebenspraktisch erschließen will. Und neben einer Reihe von Angeboten konkreter Lebenshilfe für unterschiedliche Zielgruppen will man in St. Peter nicht zuletzt auch eine intensive Begegnung und Auseinandersetzung mit Musik, Literatur und Kunst pflegen. (pef)