Am 14. Juli dieses Jahres hat Erzbischof Dr. Robert Zollitsch die "Schatzkammer" der vormaligen Benediktinerabtei St. Peter neu eingeweiht.
Durch die Neuerrichtung des Geistlichen Zentrums in St. Peter hat sich die Notwendigkeit gezeigt, ein verstärktes Augenmerk auch auf die Historische Bibliothek, ihr Umfeld und ihre Bestände zu legen.
Mittlerweile ist klar, dass etwa 1000 Bände aus der Zeit der Benediktiner auch nach der Säkularisation 1806 in St. Peter verblieben sind. Darüber hinaus sind im 19. Jahrhundert sehr viele Bände aus aufgehobenen Klöstern aus verschiedenen Teilen Badens nach St. Peter, verbracht worden, etwa aus den Kapuzinerklöstern Waghäusel und Offenburg oder dem Augustinerkloster Freiburg. Dazu kamen Bestände aus den früheren Priesterseminaren in Meersburg und Bruchsal. So gelangten etwa ein Exemplar der deutschen Koberger-Bibel von 1483 nach St. Peter oder auch die Basler Erstausgabe der Utopia des Thomas Morus. Allein die Inkunabeln aus dem 15. Jahrhundert umfassen 120 Bände. Dazu kommen etliche Manuskripte, deren bekanntestes das mit dem Egbert-Codex verwandte Markusblatt vom Ende des 10. Jahrhunderts sein dürfte.
Mittlerweile ist die neben der Historischen Bibliothek liegende frühere Arbeitsbibliothek der Mönche renoviert, in die die neue Spiritualitätsbibliothek des Geistlichen Zentrums nun einzog - und in diesem Zusammenhang auch die räumlich damit verbundene alte "Schatzkammer", die jetzt die besonderen Kostbarkeiten der Bibliothek, eben die "Schätze", beherbergt.
Predigt des Erzbischof Dr. Robert Zollitsch anlässlich der Einweihung der Schatzkammer am 14. Juli 2008 >>>
Bericht in der Badischen Zeitung, 16. 07.2008 >>>